Zuckerbrot und Peitsche!

Liebe Leser und Leserinnen,

Ich habe zwei neue Bücher für Euch!
Beide sind von der Autorin Alina Bronsky und haben mir richtig gut gefallen. Ich habe mich dafür entschieden, nicht auf die Bücher einzeln einzugehen. Ich möchte Euch in der heutigen Rezension vielmehr erzählen, was mich an der Autorin so begeistert hat und was an ihren Büchern so besonders ist.

Das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe „Baba Dunjas letzte Liebe“ (Taschenbuch, 8 Euro) ist keine Fortsetzung des zweiten Buchs „Die schärfsten Gerichte der tatarischen Küche“ (Taschenbuch, 8.99 Euro) – jedoch von der Thematik durchaus vergleichbar.

Alina Bronsky schafft es in beiden Büchern, in denen es um Großmütter, deren Leben und Beziehung zu ihren Töchtern, und weiteren Familienmitgliedern geht, die Protagonisten auf eine ganz besondere Weise darzustellen. Bronsky schreibt direkt, frech und manchmal skrupellos. Genau deshalb sind viele Stellen sehr lustig und herrlich sarkastisch.
Ich hatte bei beiden Büchern das Gefühl, dass durch die Beschreibung und Handlung der Personen mir die Charaktere immer vertrauter wurden und ich sie mir klar vorstellen konnte.

Die zwischenmenschlichen Beziehungen und deren Problematik im Zusammenleben miteinander stehen bei Bronsky in beiden Büchern im Vordergrund.
Die Autorin schafft es, wie beim Schnitzen einer Skulptur, die Persönlichkeit der Figuren, anfangs grob aber im Verlauf der Geschichte bis ins kleinste Detail, zu „modellieren“.
Ich bin Fan von Bronsky geworden, weil sie so unglaublich ehrlich und nicht auf den Mund gefallen ist, was ihren Schreibstil angeht.
Wörtlich „voll eins auf die Fresse“ – im absolut positiven Sinn – das kann nur Bronsky.
Ich bin sehr angetan von dieser Autorin und ihre Bücher zu lesen hat wirklich Spaß gemacht.

 

Als Fazit für das erste “ Baba Dunja“: Wenn ich an dieses Buch denke, bleibt mir die Erinnerung an das unerschütterliche Vertrauen, die Furchtlosigkeit und das Selbstbewusstsein der Großmutter, die sich anscheinend nur im Alter manifestieren. Das alles gut wird und ihr nichts mehr geschehen kann. Dieses „Mir kann doch jetzt – in diesem Alter – echt keiner was!“ ist so aufbauend. Das wünscht man sich selbst auch, oder?

 

Mein Fazit für die „schärfsten Gerichte“: Dieses Buch fasziniert mich, weil es eine Mischung von allem ist. Sarkasmus und lustige Dialoge treffen auf eine herbe Lebens- und Beziehungsdarstellungen. Die perfektionistisch und makellose (Groß-)mutter, die zwar aufopferungsvoll aber nur zu ihren Bedingungen ständig alles und jeden im Griff haben und kontrollieren will. Das Buch ist eine Gratwanderung der Großmutter Rosalinda zwischen zum Teil nachvollziehbaren Handlungen und zumeist inakzeptablen Taten. Und darüber schwebt bildlich gesehen Rosalinda in ihrer Selbstherrlichkeit – geleitet durch Ehrgeiz, grenzenloser Selbstsicherheit, Fürsorge und vor allem auch Liebe. Über diese Großmutter lacht man, schüttelt den Kopf und je weiter die Geschichte voranschreitet, würde man sie sich gerne schnappen und ordentlich durchschütteln.

Außerdem und zur Erklärung, ich finde, dass mein heutiger Rezensionstitel „Zuckerbrot und Peitsche“ für Rosalinda sehr treffend ist!

 

Beide Bücher finde ich sehr lesenswert und vergebe für „Baba Dunja“ tolle 3 Pfoten

und für „Die schärfsten Gerichte“ ganze 4 Pfoten.

Liebe Grüße Eure
Bertie Fox

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